BRAUEN FRAUEN? - FRAUEN BRAUEN!

Bierbrauen war in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung ebenso wie Brotbacken Sache der Frauen. Gelang ein Sud besonders gut, lud die "Dame des Hauses" ihre Nachbarinnen zum Bierkränzchen ein. Ein Brauch, aus dem später das Kaffeekränzchen entstand. Nicht ungewöhnlich war es, dass die Sudpfanne zur Aussteuer der Tochter des Hauses gehörte. Kurz vor der Jahrtausendwende nahmen sich die Klöster der Braukunst an. Sie waren an der Entwicklung des Brauwesens bahnbrechend beteiligt. Noch heute verdankt ihnen die Brauwissenschaft wichtige Erkenntnisse. Insbesondere haben die Klöster den Hopfen für die Bierherstellung populär gemacht. Die berühmte Äbtissin Hildegard von Bingen (12. Jahrh.) Naturforscherin und Ärztin, hat als erste den Nutzen des Hopfens im Bier beschrieben. Es ist also noch gar nicht so lange her, daß die Frauen die Domäne des Bierbrauens inne hatten. Sich dieser früheren Tradition bewußt werdend, haben zwei Damen, nämlich Pia und Franziska Hempel aus Cunewalde ihr Bier gebraut - natürlich unter Anleitung und mit Hilfe des Vereines der Haus- und Hobbybrauer. Das Ergebnis: Es entstand ein Bier von hervorragender Qualität, vom Typ Deutsches Pilsner und namens "Pia-Franz-Bräu" - schmackhaft, naturbelassen und hausgebraut. Die Herren vom Hause Hempel huldigten den Damen, ob ihrer außergewöhnlichen "Kochkunst". Die Überraschung war gelungen. Vielleicht gibt es künftig noch mehr Damen im Cunewalder Tal, die von sich behaupten können, dass sie in der Kunst des häuslichen Bierbrauens kundig sind.

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